Interview mit dem Cheftrainer Andreas Bolomsky

Nach dem unglaublichen Heimspielsieg am 27.09.2014 meldete sich das Handballportal „handball-world“, welches eigentlich nur bis zur dritten Liga berichtet mit dem Wunsch nach einem Interview.

Das nachstehende Interview ist auch bei handball-world zu finden:

Herr Bolomsky, mit 106 Toren dürfte das Spiel Ihrer HSG Freiberg gegen die HSG Werratal das vielleicht torreichste Ligaspiel überhaupt sein – wie haben Sie diesen Sieg erlebt?

Andreas Bolomsky:
An der Seitenlinie. Spaß beiseite. Das Ergebnis ist für mich nichts Ungewöhnliches! Ich betreue den Großteil dieser Mannschaft seit elf Jahren, angefangen in der F-Jugend. Alle erfolgreichen Jahre war das ein Alleinstellungsmerkmal unserer Dachse. Wir waren in Deutschland und vor allem im Ausland aufgrund unserer offensiven Abwehrarbeit und dem dynamischen Angriff immer wieder ein willkommenes Anschauungsobjekt und haben auch in der JBLH gezeigt, dass man auch ohne Übergrößen erfolgreich Handball spielen kann.

Wie konnte es aus Ihrer Sicht zu diesem Ergebnis kommen? War Ihre Mannschaft so gut aufgelegt?

Andreas Bolomsky:
Die Mannschaft war nicht besser als sonst! Beleg sind die sonst auch üblichen vielen, vor allem freien Fehlwürfe (30) und die hohe TRF-Anzahl (ich glaube 16). Wir haben einfach nur in unserer Abwehr an dem Tag noch mehr Bälle schnell gewonnen. Das Resultat wollte keiner! Wir spielen aber, häufig sehr zum Missfallen einiger Zuschauer, immer bis zum Schlusspfiff „volle Pulle“ und das seit der E-Jugend – unabhängig vom Spielstand.

Überwiegt die Freude über die große Anzahl an eigenen Toren oder ärgern Sie vielmehr die vielen Gegentore?

Andreas Bolomsky:
Weder noch! Sie haben ja gerade erfahren, wie viel Verbesserungsbedarf noch vorhanden ist. Und, viele belächeln uns intelligenterweise mit unserem 3:3- Abwehrsystem. Nur ganz wenige Trainer bekommen mit, dass damit unglaublich viele einfache und vor allem saubere Ballgewinne erzielen. Am Wochenende waren es über 55, wenn ich die Zahl richtig habe. Es wären sogar noch viele mehr, wenn das Thema „Schritte“ eine höhere Beachtung hätte – und das sind Ballgewinne ohne Härte und für die Gesundheit der Gegenspieler gefährliche Aktionen!

Wenn man hört, dass in einem Spiel über 100 Tore gefallen sind, geht man ja eigentlich eher von schlechten Deckungsreihen aus, die dem Angriff das Tore werfen dadurch erst ermöglichen …

Andreas Bolomsky:
Es ist ein unglaublich weit verbreiteter Fehler der Abwehrarbeit ein schlechtes Zeugnis zu geben! Gerade die gute Abwehr hat uns die vielen Ballgewinne beschert. Im Angriff dagegen haben wir eine Effektivität von knapp über 50 Prozent erzielt. Zum einen, weil wir weiterhin im Angriff noch viel Potential zu einfach verschenken und zum anderen natürlich auch, weil uns auch der Gegner und der sehr gute gegnerische Torhüter viele Bälle abgenommen haben. Unser Ziel muss als sein, den Angriff weiter zu verbessern und natürlich gibt es auch in der Abwehr Bedarf. Wir werden beides versuchen!

Was muss der Spieler ausgeben, der das 60. Tor geworfen hat?

Andreas Bolomsky:
Bei uns nichts. Er hat nur eines von 60 Toren geworfen. Kann sein, dass die Spieler intern damit ihren Spaß haben, aber sonst gar nicht. Das Ergebnis ist doch nur das Resultat einer Teamleistung. Das haben wir auch noch nie anders gehalten und wir haben schon viele Tore geworfen und viele Siege errungen.

Sie haben diesen Sieg vor eigener Kulisse feiern dürfen. Könnten Sie kurz schildern, was in der Halle los war: Wie groß war die Begeisterung der Fans?

Andreas Bolomsky:
Die Zuschauer haben sich natürlich gefreut, logisch! Aber diese Begeisterung existiert für die Dachse schon seit Jahren. Die Spiele in der JBLH in den letzten zwei, besonders im letzten Jahr waren oft ausverkauft. Die Stimmung war immer grandios, egal, ob Sieg oder Niederlage. Die Zuschauer haben immer die Leistung anderer Teams, wenn sie besser waren, anerkannt. Genauso haben sie aber auch die Jungen immer unterstützt, weil sie immer alles gegeben haben, von der ersten bis zur letzten Minute. Bei uns geht die Partie sofort mit Anpfiff los und endet mit Abpfiff. Das hat das Publikum geliebt. Bei den Männern wird es in der Halle nun schon lange unglaublich eng, da auch die Männer seit Jahren ein gutes Stammpublikum besitzen. Nun ist das Publikum nur deutlich jünger geworden, ebenso wie der Altersdurchschnitt auf dem Parkett. Wir wollen mit unserem Spiel Begeisterung wecken und die Zuschauer unterhalten! Das ist uns nun schon einige Jahre, fernab vom ganz großen Konzert, sehr gut gelungen.

Der Sieg war ja trotz allem recht deutlich. Was ist aus Ihrer Sicht spektakulärer bzw. unterhaltsamer für die Zuschauer – ein solches Torfestival mit über 100 Treffern oder ein bis zur letzten Sekunde umkämpfes Spiel? Und welche der beiden Varianten ist Ihnen lieber?

Andreas Bolomsky:
Schwer zu sagen. Ich denke, die Zuschauer mögen beides. Sicher von keinem zu viel. Bei den Spielern ist die Meinung diesbezüglich aber eindeutig: Sie lieben lieber die engen Spiele, wo es in jeder Situation darum geht, zu bestehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen! Sie hätten also lieber ein 38:37 gehabt oder wie vergangene Woche auswärts einen 38:39- Sieg. Mir ist das fast egal. Mir ist nur wichtig, dass jeder sein Bestes gegeben hat und alles „sauber“ ablief. Wenn der Gegner besser ist oder einfach mal mehr Fortune hat, ist das auch okay.

Nach drei Spielen stehen 145 geworfene Tore für Ihre Mannschaft zu Buche – war der Angriff ein besonderer Schwerpunkt in der Vorbereitung?

Andreas Bolomsky:
Nein, der Angriff war kein Trainingsschwerpunkt. Schwerpunkt war, die elf A-Jugendlichen mit den verbliebenen Männern, die sich dieser neuen Herausforderung stellen wollten, zu einer Einheit zu formen. Deshalb sind auch noch einige Aktionen in Angriff, wie Abwehr (inkl. Tor) sehr holprig. Wir werden aber versuchen, uns im Training weiter zu verbessern. Eine Einheit stand auf jeden Fall vom ersten Tag auf dem Spielfeld. Ich hätte nie geglaubt, dass das so schnell geht!

Mit 6:0 Punkten sind Sie derzeit Tabellenführer in der Mitteldeutschen Oberliga …

Andreas Bolomsky:
Eine schöne Momentaufnahme! Durch das punktspielfreie Wochenende sind wir es sogar 2 Wochen. Damit sind wir es schon mal länger, als Paderborn in der Fußball-Bundesliga. Von solchen belebenden Elementen lebt doch der Sport!

Zum Abschluss: Wie kann dieser unglaubliche Sieg in dieser Saison noch getoppt werden?

Andreas Bolomsky:
Ich denke schon, dass das getoppt werden kann. Eben dann, wenn man nicht das Einzelergebnis in den Mittelpunkt rückt, sondern einfach die Entwicklung. Wir wollen uns weiter verbessern, gesund bleiben sowie Spaß und Erfolg im Handball haben!

Herr Bolomsky, vielen Dank für das Gespräch.

Sonntag ist Krimi-Tag

Am 28.09.2014 weilten die B-Jugendlichen in Dresden zum Punktspiel gegen den HSV. Die Jungs oder besser jungen Männer aus der Landeshauptstadt begegneten uns schon bei der Quali für die Sachsenliga. Bei diesem Spiel setzten diese sich dank ihrer stärkeren Physis gegen Ende der Partie knapp durch.

Somit wussten alle Freiberger was sie erwartet. Nichts desto trotz legten unsere Nachwuchsdachse nach der obligatorischen Anlaufnervosität los wie die Feuerwehr und konnten bis zur Mitte der ersten Halbzeit eine Drei-Tore-Führung erzielen und durch ein konzentriertes Arbeiten in der Deckung auch halten. Sven ist es gelungen auf der Mitte das Angriffsspiel schnell und sauber zu organisieren. Erstaunlich, wie es ihm gelang durch überraschende Anspiele unseren Dominic am Kreis immer besser einzusetzen, welcher mit Klasse, Übersicht und großartigen Kampf diese in Tore oder Strafwürfe ummünzte. Auch auf der Halblinken überzeugte Niklas ein ums andere Mal und netzte insgesamt fünf Mal ein. Gegen Ende der ersten Halbzeit sollte Sven etwas geschont werden und räumte seinen Platz auf der Mitte.

Dieser Schuss ging nach hinten los! Ab diesem Zeitpunkt agierte der Freiberger Angriff kopflos und die Dresdener zogen mit einem 6:0 Lauf auf 17 : 12 zur Halbzeit davon. Ermutigt von den hervorragenden ersten 15 Minuten wurde die Mannschaft auf die zweite Halbzeit eingestimmt und allen war klar, dass hier trotz des Rückstandes noch etwas zu holen war. Die Jungdachse bäumten sich heroisch gegen die drohende Niederlage auf und verkürzten Tor für Tor. Garant für diese unglaubliche Aufholjagd war auch ein unfassbar starker Torhüter. Dani zog dem HSV Angriff ein ums andere mal den letzten Nerv und brachte ihn mit sensationellen Paraden schier zur Verzweiflung. Fünf Minuten vor Ultimo glichen unsere Jungs dann zum ersten Mal aus und schnupperten an der Sensation. Leider gelang es dem Gegner ein ums andere Mal mit Tempo über die Mitte zu stoßen und immer wieder in Führung zu gehen. So wogte das Spiel hin und her, da unsere Jungs immer wieder in der Lage waren auszugleichen. Zwanzig Sekunden vor Schluss brachte eine Energieleistung des Dresdener Mittelspielers den Gastgeber in Führung.

Die Freiberger, zu allem entschlossen, verdaddelten leider ihren letzten Angriff und konnten gegen die kompakte HSV Abwehr keinen Abschluss erzielen. So ging auch unser zweites Spiel unglücklich und nach Meinung aller Beteiligten unverdient verloren. Schade Jungs, aber diese Leistung macht Lust auf mehr und ihr seid in der Sachsenliga angekommen. Lasst euch von diesen Ergebnissen beflügeln und nicht entmutigen.

Kartenvorverkauf

Ab heute stehen die Eintrittskarten für den dritten Heimspieltag am 18.10.2014 gegen den SV Oebisfelde in den Vorverkaufsstellen zur Verfügung.

Vorverkaufsstellen sind wie gehabt im Hotel Kreller und in der Fitnessinsel am Helmertplatz:

Zudem können die Tickets auch wieder online reserviert werden:  http://hsg-freiberg.de/tickets/

Erster Saisonsieg der A-Jugend – 48:32 Heimsieg (23:18)

Als am vergangenen Sonnabend die Schlusssirene im Dachsbau erklang fiel allen HSG-Akteuren ein dicker Stein vom Herzen, denn die ersten beiden Punkte in der noch jungen Saison wurden eingefahren. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung im Gegensatz zur Vorwoche konnte der Gegener vom BSV Limbach-Oberfrohna deutlich geschlagen werden.

Krankheits- und/oder ausbildungsbedingt standen in der Vorwoche max. 4-6 A-Dachse auf dem Trainingsparkett und die große Frage war, wie die Mannschaft den Trainingsrückstand wettmachen konnte.

Die Anfangsphase plätscherte noch so dahin und keine der beiden Kontrahenten konnte sich merklich absetzen. Nach den knappen Zwischenständen 4:3 und 8:7 traten die Freiberger Jungs dann doch mehr aufs Gaspedal und konnten sich bei Spielstand von 11:7 ein kleines Polster verschaffen. Dann zog aber wie so oft der Schlendrian ein und der Gegner wurde durch ungenaue Zuspiele und vergebene Großchancen zum Kontern eingeladen. Die Auszeit der Gäste nach 22 gespielten Minuten nutzen aber die HSG-Handballer und zogen bis zur Pause wieder mit 5 Toren in Front.

Da es nur eine kurze Pausenansprache gab, standen die Gastgeber bereits nach 5 Minuten wieder auf dem Parkett der Ernst-Grube-Halle und machten mit dem Wiederanpfiff dort weiter wo sie in Halbzeit 1 aufgehört hatten.

Die neu zusammengestellte Mannschaft der Gäste hatte in der Anfangsphase der 2. Halbzeit große Probleme beim Aufbauspiel, da die intensiv geführte Manndeckung von Oliver Wendler großen Erfolg zeigte. Der Vorsprung konnte auch dadurch weiter ausgebaut werden und betrug bei der nächsten Gästeauszeit bereits 10 Tore. Alle Spieler der A-Jugend ließen aber nicht nach und kamen ausnahmslos zu Torerfolgen.

Mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht der Nachwuchshandballer stand nach 60 gespielten Minuten ein klares 48:32 auf der Anzeigetafel.

Fazit: Wenn die Jungs wollen, dann können sie auch. Glückwunsch zum 1. Saisonsieg!

Für die A-Jugend der HSG spielten: Grämer, Reuther; Zeidler (6), Wendler (8), Holz (3), Weichelt (13/3), Nöbel (5), Auerbach (3), J. Lorenz (10)
7-Meter: HSG 4/4 – Limbach 4/1
2-Minuten: HSG 6 x 2 Minuten – Limbach 2 x 2 Minuten

NSG Mulde Zschopau Löwen-HSG Freiberg 24:44 (14:21)

Das zweite Punktspiel dieser Saison sollte zeigen, dass das Leistungspotenzial unserer Mannschaft höher ist als wir im ersten Spiel gezeigt haben.

Die Voraussetzungen aus meiner Sicht waren sehr gut, denn unser Gegner verlangte schon durch seine rein körperliche Überlegenheit die volle Aufmerksamkeit unserer Jungs, welche beim ersten Spiel komplett fehlte. Eine von Beginn an konzentrierte Deckungsarbeit ergab „einfache“ Kontertore; die Positionsangriffe wurden intelligent und mit viel Bewegung vorgetragen.

So konnte auch unser dieses mal schlecht aufgelegter Torhüter den kontinuierlichen Ausbau der Führung nicht entscheident beeinflussen. Alle Spieler beteiligten sich am Torewerfen und die Verteidigung zwang die gegnerischen Angreifer zu Würfen weit hinter der 9-m-Linie, die dann in der zweiten Halbzeit immer mehr an Präzision verloren. So kam es am Ende zu einem verdienten deutlichen 44:24 Erfolg.

Ein Schritt in die richtige Richtung. Es zeigte uns Trainern allerdings auch, daß vor allem bei der Chancenverwertung und im Umschaltspiel noch Reserven zu erschließen sind.

Text: Frank Dörfer

Deutliche Niederlage zum verspäteten Saisonstart

Im ersten Saisonspiel musste sich die HSG III der HSG Sachsenring mit 15:29 (5:15) geschlagen geben. Dabei zeigten die Mannen von Markus Lehmann vor allem im Angriff eine unterirdische Leistung und wirkten teilweise lethargisch.

Zunächst sah es aber nicht nach einer Blamage aus. Bis zur 12. Minute blieben die Freiberger auf Tuchfühlung (5:6). Aber nach einem unerklärlichen Bruch im Spiel, gelang den Gastgebern bis zur Halbzeitpfiff kein Tor mehr. Überhastete Abschlüsse und viele Unkonzentriertheiten prägten das Angriffsspiel der HSG. Mit 5:15 ging es in die Pause und der anfängliche Optimismus war verflogen.

In Halbzeit 2 verbesserte sich das Auftreten der „Dritten“ etwas, aber die schlechte Chancenverwertung verhinderte ein Verkürzen des Rückstandes. Die Gäste verwalteten ihren Vorsprung clever und bauten diesen bis zum Ende auf 14 Tore aus. Somit war der Fehlstart perfekt.

Nun gilt es, das Spiel aus den Köpfen zu bekommen und sich konzentriert auf das Spiel in Oelsnitz in 2 Wochen vorzubereiten, um dort wieder wie eine Einheit aufzutreten.

Statistik:
HSG: Schülein (Tor), Eulitz (2), Mader (2/1), Kraushaar, Hille, Zenker, Hengst (7), Schneider (1),
Balig, Fischer (2), Wolowski (1)

Text: Richard Wolowski

HSG Freiberg schießt sich mit 60:46 (27:20) an die Tabellenspitze

Drei Spiel, drei Siege und die HSG Freiberg steht nach dem dritten Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga auf Platz 1 der noch jungen Tabellen. Die Tabellenführung gab es für die HSG zuletzt am 19.02.2011, im ersten MDOL-Jahr. Für die junge Mannschaft ist das eine fantastische Momentaufnahme, die vor allem verpflichtet. Jetzt muss weiter noch konzentrierter gearbeitet werden und das kann und macht die Mannschaft mit Leidenschaft und Willenskraft.

Die Ernst-Grube-Halle war auch zum zweiten Saisonheimspiel wieder restlos ausverkauft und alle Handballenthusiasten auf und neben den Rängen erlebten wiederum ein großartiges Handballfest. Cheftrainer Andreas Bolomsky zelebrierte zunächst wieder mit einer reinen Reihe „junger Wilder“ den Spielbeginn und die nach wenigen Sekunden geworfene 1:0-Führung erhöhte sich auf 3:0 und wurde anschließend nur ein einziges Mal, beim 4:5, aus der Hand gegeben. Zwar kamen die Gäste immer wieder durch die sehr offene ballorientierte Abwehr zu zahlreichen Treffern, aber die Heimmannschaft hatte immer noch einen Torerfolg mehr drauf zu legen. Beim Stand von 27:19 ertönte die Pausensirene, aber die Thüringer hatten noch einen Freiwurf auszuführen. Technisch perfekt landetet dieser direkte Wurf aus 9 Metern Entfernung im oberen Eck des Freiberger Tores. Halbzeitstand somit 27:20.

Auch die zweite Halbzeit sollte an Spielgeschwindigkeit nicht verlieren und so hämmerten die Treffer weiter im Minutentakt ins Gehäuse der Werrataler. Zwischen diesen Torerfolgen gab es aber auch noch einige technische Ballverluste und zudem nochmals über 30 gescheiterte Torwürfe. Das Ergebnis dieser außergewöhnlichen Partie: über 100 Angriffe (je Team), die von allen Beteiligten eine physische Höchstleistung abforderte.
In tosender Halle fielen also immer weiter die Tore auf beiden Seiten und nachdem Martin Steinfeld mit dem 50:35 einen markanten Punkt überschritt, wollte das Publikum wenig später nur noch die 60 sehen.
Die letzten zwei Minuten stehend und den Sieg bereits feiernd konnte dann Jens Tieken in den Schlusssekunden dem Publikum diesen weitern historischen Wert schenken. Mit 60:46 gewinnt die HSG Freiberg zu Hause gegen die HSG Werratal.

Nun gibt es vor allem im Nachwuchsbereich immer mal wieder extreme Ergebnisse vor allem auf Grund von großen Alters- und Leistungsunterschieden. Wir erinnern uns dabei gern an den allerersten Heimauftritt unserer damals knapp 17-jährigen Dachse in der Jugendbundesliga gegen den amtierenden deutschen Meister (U19) Füchse Berlin in unserer Ernst-Grube-Halle. Die damals kassierte 24:60-Niederlage war ein gleichfalls großes Fest in voller Halle und zudem eine großartige kämpferische Leistung bis zur letzten Sekunde der von Beginn an verlorenen Partie. Nahezu exakt zwei Jahre liegen zwischen diesen beiden Spielen.

Im Männerhandball muss man nun nach vergleichbaren Ergebnissen suchen. Das Internet bietet dazu natürlich perfekte Möglichkeiten. 60:46, das sind 106 Tore in einem Männerhandballspiel über 60 Minuten. Im Jahr 1994 schaffte der spanische Erstligist Octavio Vigo gegen Galdar ein 48:43 und hält mit 91 Treffern seitdem eine Bestmarke. Haben wir da jetzt so etwas wie einen Weltrekord? Weitere Recherchen sind sicher notwendig.
Mit 54 Treffern hält zudem der THW Kiel (54:34 gegen den SC Magdeburg in der Saison 2005/06) eine markante Marke. Zählt das statistisch nur für die 1. Bundesliga oder haben wir auch hier einen neuen Wert im Männerhandball gesetzt? Antworten werden wir sicher in den nächsten Tagen bekommen.

Neben diesen statistischen Werten zählt momentan vor allem, dass wir einen großartigen Saisonstart hingelegt haben, nun eine Tabellenführung verteidigen müssen und mit einem Wochenende Spielpause die Vorbereitung auf die nächste schwere Hürde am 11.10. in Staßfurt besonders intensiv absolvieren können.

Statistik:
HSG: Gerd Vogel (1.-30. Min.), Tino Hensel (31.-60. Min.); Carl Werner (6), Felix Lehmann (3), Eric Bolomsky (5/1), Martin Steinfeld (3), Martin Schettler (4), Eric Neumann (8), Björn Richter (3), Felix Randt (5/2), Adrian Kammlodt (5), Kevin Elsässer (7/2), Jens Tieken (5), Nico Werner (6)
Zeitstrafen: HSG 8 Min. ; Werratal 18 Min.
Siebenmeter: HSG 8/5 ; Werratal 2/2
Schiedsrichter: Thomas Näther und Matthias Mischinger (HV Sachsen-Anhalt)
Zuschauer: ausverkauft

 

HSG II zeigen Trotzreaktion im Dachsbau

Nach der bitteren Niederlage (33:32) in der Vorwoche im Lokschuppen vom ESV Dresden. Allen Speilern war bewusst, dass ein Sieg her musste um den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen zu lassen. Das Trainergespann Weise/Welz konnte an diesem Wochenende wieder auf eine gut gefüllte Bank bauen. Wobei aus gesundheitlichen Gründen Kasdorf, Thiele und Schoen fehlten und Werner die personelle Situation in der Ersten etwas entspannte.
Der Gegner war der Aufsteiger aus Niederau und somit ein komplett unbeschriebenes Blatt für die Mannschaft. Dementsprechend angespannt ging man ins Spiel. Nach einem guten Start stagnierte der Angriffsfluss und der Torabstand von 3 Toren schien über die Stationen 7:4 bis zum 14:11 in der 20 Spielminute wie in Stein gemeißelt zu sein. Dabei versuchte der Gast über eine schnelle Mitte und seine Rückraumwerfer immer wieder Akzente zu setzen. Hierbei kamen die Schwächen der HSG-Abwehr zum Vorschein. Viele Nicklichkeiten und harte Zweikämpfe, auf beiden Seiten machen es den beiden unparteiischen Referees schwer einen kühlen Kopf zu bewahren. Nach einer Auszeit der Gäste wurde die HSG Abwehr umgestellt und die Spieler agierten jetzt auch deutlich ambitionierteren. Was zu einem 22:16 Halbzeitstand führte.
Die Mannschaft kam hoch konzentriert aus der Kabine und spielte mit einem deutlich offensiveren System weiter. Der im Tor eingewechselte Sven Lehman machte mit mehreren starken Paraden den Gegner zusätzlich mürbe. Mit dem starken Rückhalt konnte die Führung bis zum Endstand von 41:25 stetig ausgebaut werden.

Es spielte:
Koch (1-30 min.), Lehmann (31-60 min.), Neubert (5), Lange (9), Hruschka (5); Mader (3), Jaeger (2/3), Frohs (2), Oehme (3), Rehnert (1), Kelm (1), Ulbricht (6), Schuster (1)

Heimspieltag in der Ernst-Grube-Halle

Am Samstag ist wieder langer Heimspieltag in der Freiberger Ernst-Grube-Halle. Ab 13:00 Uhr startet die männliche A-Jugend, gefolgt von unserer HSG Freiberg III (15:00 Uhr gegen die HSG Sachsenring) in den Nachmittag. Das Vorspiel des abendlichen Highlights bestreitet dann ab 17:15 Uhr die Oberligareserve vom Trainergespann Weise/Welz gegen den Ligaaufsteiger SV Niederau. Nach der letztwöchigen unglücklichen 32:33-Niederlage beim ESV Dresden, wollen und müssen die Freiberger zu Hause wieder doppelt punkten. Die Unterstützung der sich schon dann langsam füllenden Halle sollte ihnen dabei gewiss sein.

Für das mit Spannung erwartete abendliche Spiel, 20:00 Uhr gegen den Aufsteiger und aktuellen Thüringenmeister HSG Werratal, muss erneut mit einer ausverkauften Halle gerechnet werden. Nach den beiden Siegen zum Saisonauftakt hält die Kartennachfrage im Vorverkauf (Hotel Kreller und Fitnessinsel), sowie die intensive Nutzung der Onlinereservierung über unsere Homepage weiter stark an. So wurden bereits zum ersten Heimspiel ca. die Hälfte der Sitzplätze im Vorfeld vergeben und diesmal kann mit noch mehr im Vorfeld abgesetzten Tickets gerechnet werden.

Die HSG Freiberg erwartet mit den Gästen eine spielstarke, eingespielte Mannschaft, die sich am ersten Spieltag mit 35 Treffern beim HC Burgenland den ersten Oberligapunkt erkämpfte. Die anschließende 1-Tore-Niederlage, zu Hause gegen Drittliga-Absteiger Aschersleben, deutet darauf hin, dass die Westthüringer in der Oberliga ordentlich mit mischen können und werden. Für Cheftrainer Andreas Bolomsky, der natürlich den Gegner im Vorfeld per Videoanalyse genauestens studiert hat, gilt aber kein Bange machen. Ohne den Gegner auf die leichte Schulter nehmen zu wollen, ist Allen klar, dass wir zu Hause die Punkte gegen den Liganeuling holen müssen. Dass dabei unsere komplett neu aufgestellte Mannschaft trotz dem fünften Oberligajahr nun auch wie ein „Liganeuling“ etwas unerfahren ist, wird eher als Vorteil gesehen.
Unterdessen bestehen berechtigte Hoffnungen, dass die HSG Freiberg am Samstag in Bestbesetzung auflaufen kann. Die verletzten und angeschlagenen Spieler haben sich in dieser Trainingswoche geschont bzw. versuchen sich auszukurieren und wollen dann am Wochenende wieder einsatzfähig sein.

Und nicht nur in Bestbesetzung wollen die Freiberger am Samstagabend im Spot des Scheinwerfers einlaufen, auch das neue Maskottchen, der Dachs, hat seine Ankunft bestätigt. Seien Sie dabei, wenn der Dachs das erste Mal die HSG Freiberg in die Halle führen wird.

Kartenvorverkaufsmöglichkeiten finden Sie hier:

Hotel Kreller Fitnessinsel HSG-Geschäftsstelle
Fischerstraße 5 Helmertplatz 1 Tschaikowskistr. 15
Freiberg Freiberg Freiberg
An der Rezeption tgl.
6:00 – 18:00 Uhr
tgl. während der Öffnungszeiten Freitagvormittag
von 10:00 – 12:00 Uhr

 

Zudem besteht weiter die Möglichkeit der Onlinekartenreservierung  HIER

„Reservedachse“ kommen ohne Beute zurück

Nach 60 Minuten beim ESV Dresden hieß es 32:33(18:17) aus Freiberger Sicht.

Ein konzentrierter Start brachte die HSG schnell in Führung (2:4, 8.Min). Bis zur 20.Minute konnten die Bergstädter den Vorsprung auf 4 Tore ausbauen (13:9). Anschließend schlichen sich erste Fehler ins Spiel ein und die Dresdner konnten kurz vor der Pause ausgleichen(17:17). Durch einen direkt verwandelten Freiwurf ging es mit einer Führung für die Dachse in die Halbzeit.
Die Chancenauswertung ließ in Halbzeit 2 zu wünschen übrig, sodass die Eisenbahner auch die Kontrolle übernahmen. Fortan liefen die Freiberger einem Rückstand hinterher. Erst in der 55.Minute glichen die Gäste wieder zum 30:30 aus. Wegen überhasteter Abschlüsse in Schlussphase blieb ein positives Ende für die HSG aus.

Am kommenden Wochenende gastiert der Aufsteiger SV Niederau im Dachsbau.

Statistik:
HSG: Koch, Lehmann (beide Tor); Werner(3), Lange(3), Hruschka(8), Mader(3), Jaeger(5/4), Kelm, Schuster, Ulbricht(5), Karsdorf, Neubert(5)
Strafen: ESV 3x2Min + 1xDisq., HSG 5x2Min+ 1xDisq.
7m: ESV 8/4, HSG 4/4

Text: Nick Thiele